Akademiekonzert mit Amadeus Wiesensee und Ingmar Lazar - Im Rahmen des Wilhelm Kempff Klavierfestivals
Werke von Beethoven, Schumann, Chopin und Liszt
Sa, 28. Oktober 2017
16:00 Uhr / Passau / Großer RathaussaalM
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Er war der bedeutendste deutsche Pianist der Nachkriegszeit und überhaupt einer der größten Musiker des 20. Jahrhunderts: Wilhelm Kempff (1895-1991). In Kooperation mit der Wilhelm Kempff Akademie in Positano setzen die Festspiele Europäische Wochen Passau dem Jahrhundertpianisten mit einem eigenen Festivalwochenende ein Denkmal. Hierzu sind herausragende Interpreten der jüngeren Generation nach Passau eingeladen, um das Œuvre des Meisters, vor allem aber die Klaviersonaten von Beethoven, zu befragen.

Am 28. Oktober 2017 sind zwei Absolventen vergangener Meisterkurse der Wilhelm-Kempff-Akademie zu Gast. Amadeus Wiesensee, der 2015 bereits sein Debüt bei den Festspielen Europäische Wochen Passau gab, war im Jahr 2011 Teilnehmer des „klassischen“ Beethovenkurses in Positano unter der Leitung von John O’Connor. Der Franzose Ingmar Lazar nahm 2016 am Meisterprogramm „Beethoven und die Moderne“ mit dem Schwerpunkt zeitgenössische Musik unter der Leitung von Siegfried Mauser und Pavel Gililov in Positano teil.

ZU DEN PIANISTEN
Amadeus Wiesensee, geboren in Würzburg und aufgewachsen am Tegernsee, debütierte bereits als Zwölfjähriger mit dem Münchner Rundfunkorchester. Er wird wegen seiner erlesenen Klangkultur und faszinierenden Ausstrahlung gefeiert und beeindruckt durch seine Virtuosität und die intelligente Gestaltung seiner Programme.

»Dieser junge Mann hat ein nahezu unheimliches Gespür für die Dunkelheiten, für das Verhangene, auch Grüblerische und deren Farbigkeiten. So leuchtet er keineswegs nur den Vordergrund der Stücke prächtig aus, sondern eröffnet im musikalischen Prozess gleichsam die dahinterliegenden Echo- und Assoziationsräume. In den besten Momenten scheint es, als könne man die Musik als dreidimensionales Gebilde umwandern.« (Süddeutsche Zeitung)

Einladungen zu Konzerten führten ihn u.a. zu den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern, dem Bologna Festival, dem Schleswig-Holstein Musik Festival, dem Würzburger Mozartfest, den Schwetzinger Mozarttagen und zu den Festspielen Europäische Wochen Passau. Des Weiteren konzertierte er in den Niederlanden, Italien, Spanien, Schweiz, Liechtenstein und Österreich und Mittelamerika. Als Solist spielte er u.a. mit der Deutschen Streicherphilharmonie, den Heidelberger Symphonikern, der Neuen Philharmonie Westfalen, den Bergischen Symphonikern und den Bad Reichenhaller Philharmonikern unter Dirigenten wie Dimitri Jurowski, Sebastian Tewinkel, Peter Kuhn, Michael Sanderling und Clemens Schuldt.

Bereits mit 12 Jahren war er Jungstudent bei Prof. Karl-Heinz Kämmerling am Mozarteum Salzburg. Nach dessen Tod nahm er das Studium bei Prof. Antti Siirala in München auf. Zahlreiche Meisterkurse u.a. bei Dimitri Bashkirov, Leon Fleisher, Matti Raekallio, Richard Goode und Hélène Grimaud ergänzen seine Ausbildung. Besonders nachhaltige Impulse erhielt er von Alfred Brendel wie auch aktuell regelmäßig von Elisabeth Leonskaja.

Amadeus Wiesensees zweite große Leidenschaft gilt der Philosophie, der er auch in einem Parallelstudium nachging, das er an der Hochschule für Philosophie München im Juli 2015 mit dem Bachelor of Arts und Bestnote abschloss.


Ingmar Lazar, geboren 1993 in Frankreich, erhielt seinen ersten Klavierunterricht im Alter von fünf Jahren. Mit sechs trat er zum ersten Mal auf dem Konzertpodium des berühmten Salle Gaveau in Paris auf. Im Alter von zehn Jahren gewann er den 1. Preis beim Internationalen Klavierwettbewerb EPTA in Namur (Belgien), 2008 den Internationalen Musikwettbewerb in Val d’Isère (Frankreich) und 2013 den Tabor-Klavierpreis beim Festival von Verbier (Schweiz). 2016 wurde er Stipendiat der Safran Stiftung.

Ingmar Lazar konzertierte in Deutschland, Frankreich, Israel, Italien, Litauen, Luxemburg, Österreich, Rumänien, Russland, der Schweiz, Slowenien, der Ukraine und in den Vereinigten Staaten, darunter im Mann Auditorium in Tel Aviv, im großen Saal der UNESCO in Paris, im Herkulessaal in München, in der Philharmonie von Ljubljana sowie bei vielen Festivals und Festspielen. Er spielte unter Dirigenten wie Vladimir Spivakov oder Jean-Jacques Kantorow und mit Orchestern wie dem Russischen Nationalen Philharmonischen Orchester, dem Symphonieorchester Toruń, dem Kammerorchester des Rumänischen Rundfunks und dem Akademischen Symphonieorchester der Lemberger Philharmonie. Als Kammermusiker spielt Lazar mit Künstlern wie Alexandre Brussilovsky, Benjamin Herzl, Fedor Rudin, Christoph Seybold, Ekaterina Valiulina, dem Vision String Quartet und dem Quatuor Hermès.

Ingmar Lazar studierte Klavier bei Valery Sigalevitch in Paris und setzte seine Studien bei Vladimir Krainev, Zvi Meniker und Bernd Goetzke sowie als Theo-Lieven-Stipendiat mit Dmitri Bashkirov, Malcolm Bilson, Fou Ts’ong und Stanislav Ioudenitch fort. Zurzeit ist er Master-Student an der Universität Mozarteum Salzburg in der Klasse von Pavel Gililov.

Er ist Gründer und künstlerischer Leiter des Festivals „du Bruit qui Pense“, das seit 2016 im Département Yvelines (Frankreich) stattfindet.


PROGRAMM
Amadeus Wiesensee:
Ludwig van Beethoven (1770-1827) | Sonate für Klavier Nr. 13 Es-Dur op. 27/1 ›Sonata quasi una fantasia‹
Robert Schumann (1810-1856) | Fantasie C-Dur op. 17

Ingmar Lazar:
Ludwig van Beethoven | Sonate für Klavier Nr. 26 Es-Dur op. 81a ›Les Adieux‹
Frédéric Chopin (1810-1849) | Ballade Nr. 4 f-Moll op. 52
Franz Liszt (1811-1886) | La Campanella aus Grandes études de Paganini, S 141


Foto: Sammy Hart
Ort der Veranstaltung
16:00 Uhr / Passau / Großer Rathaussaal
Routenplaner
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